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Ein Wendepunkt bei Verstärkungsprojekten: Fehlerfreies Aufmaß und Kostenmanagement durch Laserscanning

  • Autorenbild: KG-Blogger
    KG-Blogger
  • 16. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Die Verbesserung der Erdbebensicherheit des bestehenden Gebäudebestands und strukturelle Verstärkungsprojekte gehören zu den kritischsten Bereichen der Bauindustrie. Ein Gebäude zu verstärken ist jedoch ein weitaus komplexerer Prozess als ein Neubau. Die schmerzhafteste und fehleranfälligste Phase dieses Prozesses ist die Dokumentation des Ist-Zustands, also die Bestandsaufnahme (das Aufmaß). An diesem Punkt, an dem traditionelle Methoden oft unzureichend sind, ändert die 3D-Lasersanning-Technologie (LiDAR) mit ihrer millimetergenauen Präzision und Kosteneffizienz die Spielregeln.


1. Millimetergenaue Präzision: Erfassung von Verformungen

Messungen mit herkömmlichen Maßbändern und Laser-Entfernungsmessern sind anfällig für menschliche Fehler und neigen dazu, das Gebäude zu "idealisieren" (z. B. die Annahme, dass eine Stütze vollkommen senkrecht oder ein Balken gerade ist). Bei Gebäuden, die verstärkt werden müssen, liegen jedoch häufig Setzungen, Torsionen oder Querschnittsverluste durch Korrosion vor.

3D-Laserscanner erfassen Millionen von Punkten pro Sekunde und erstellen einen exakten digitalen Zwilling (Punktwolke / Point Cloud) des Bauwerks. Diese Technologie dokumentiert:

  • Lotabweichungen an Stützen und Balken,

  • Durchbiegungen in Deckenplatten,

  • Unregelmäßigkeiten an Wänden mit einer Präzision von ±1-2 mm.

Die passgenaue Montage von Verstärkungswänden oder Stahlummantelungen an die bestehende Struktur ist nur mit diesem Detaillierungsgrad möglich.

2. Kosteneffizienz: Die versteckten Kosten eines "billigen" Aufmaßes

Laserscanning-Dienstleistungen mögen auf den ersten Blick teurer erscheinen als herkömmliche Vermessungsteams. Dies ist jedoch ein trügerischer Vergleich. Ein fehlerhaftes Aufmaß mit traditionellen Methoden führt in der Ausführungsphase dazu, dass Stahlelemente nicht passen, Schalungen aufplatzen oder Anpassungen vor Ort vorgenommen werden müssen.

Die Lasersanning-Technologie eliminiert folgende Kosten:

  • Kosten für erneute Baustellenbesuche: Da das gesamte Gebäude lückenlos gescannt wird, gibt es kein "Wir haben vergessen, ein Maß zu nehmen".

  • Fertigungsfehler: Im Werk vorgefertigte Verstärkungselemente passen zu 100 % auf der Baustelle.

  • Zeitverlust: Messvorgänge, die auf der Baustelle Tage dauern würden, werden in Stunden abgeschlossen.


3. Schnelligkeit und Arbeitssicherheit

Die Bestandsaufnahme in beschädigten oder risikobehafteten Gebäuden kann für das technische Personal gefährlich sein. Da Laserscanner Daten aus der Ferne erfassen können, ist es nicht notwendig, dass Personal gefährliche Bereiche betritt. Details der riskantesten Stützen oder Balken können aus sicherer Entfernung erfasst werden. Zudem wird das Scannen von tausenden Quadratmetern Fläche im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um 70 % schneller abgeschlossen, was einen raschen Übergang zur Planungsphase ermöglicht.

4. BIM und digitale Integration

Die gesammelten Punktwolkendaten können direkt in BIM-Software (Building Information Modeling) wie Revit oder Archicad übertragen werden. Dadurch arbeitet der Ingenieur, der das Verstärkungsprojekt entwirft, nicht nur auf einem 2D-Plan, sondern an der dreidimensionalen Realität des Bauwerks. Kollisionen zwischen bestehenden Installationen (Elektro, Mechanik) und den neuen Strukturelementen werden bereits am Schreibtisch erkannt.


Fazit

Der Einsatz von Laserscanning-Technologie bei Verstärkungsprojekten ist kein Luxus, sondern eine ingenieurtechnische Notwendigkeit. Mit fehlerhaften Daten kann kein korrektes Projekt geplant werden. Betrachtet man die millimetergenauen Details, die Geschwindigkeit und den fehlerfreien Produktionsprozess, sorgt das Laserscanning für erhebliche Einsparungen im Gesamtprojektbudget und eine Steigerung der Qualität.

 
 
 

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